Die Zeit ist bereits in eine glibbrige Masse gegossen, und der Gegner kann dagegen anlaufen, wie er will, Zidane wartet geduldig ab und liest das Spiel in aller Ruhe durch. Bis es genau richtig steht; jetzt, genau jetzt verlässt der Ball die magische Umhüllung Zidanes. Und er erreicht seine nächste Spielsituation perfekt — gerade so schnell, dass der Gegner nicht stören kann, aber doch so demütigend langsam, dass der Mannschaftskollege möglichst leichtes Spiel hat.
Das ist das Spiel Zidanes: Er stellt die Spieler auf, gibt ihnen die Gelegenheit dazu und spielt dann den langsamen Pass von beliebiger Länge, der die Laufrichtung aller Spieler gleichzeitig mitbedenkt. Er stößt raffiniert trianguliert genau auf die Rennbahn Richtung Tor, oder er lässt den Ball still und matschig wie Fallobst vor die Füße fallen, je nachdem, was gerade wichtiger ist.
Eine perfekte Körperbalance machte diese kunstvoll besonnene Spiel- und Ballbehandlung erst möglich, die souveräne Beherrschung des Balls bei jedem Tempo, erfüllt von der größten Eleganz.
