Diese Geschichte beschreibt eine Kurve, die mit einem hohen Abschlag aus dem Marseiller Problemviertel La Castellane beginnt, dann weiter in den Himmel steigt, eine gestalterische Höhe erreicht, wie kaum eine andere Erzählung über Fußballkunst, dann endet sie im Berliner Olympiastadion. Die Geschichte über den herausragenden Fußballspieler seiner Zeit, die Form markiert durch die Enden der Parabel, eine Form wie ein perfekter Pass, der nach großem Flug einfach liegen bleibt wie ein totes Tier.
Dem gewöhnlichen Spieler genügen ein wacher Kopf und zwei Beine — Spielbein, Standbein. Für viele Beobachter waren die merkwürdigen Ergebnisse ganz normaler Bewegungsabläufe Zidanes gar nicht anders zu erklären, als durch die Existenz weiterer Beine: Spielbein, Standbein, Trickbein. Als er das zweite Ende der Parabel erreichte, wuchs Zinedine Zidane ein weiteres, das Stirnbein.
Damit erlegte er seinen Gegenspieler Materazzi. Mit einem wuchtigen Hieb desselben Kalibers, das Frankreich Minuten zuvor beinahe die Führung durch ein Kopfballtor beschert hatte.
